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Maverick Buying: Wenn Mitarbeitende am Einkauf vorbei bestellen
Maverick Buying: Wenn Mitarbeitende am Einkauf vorbei bestellen
von Anna Ullmann am Jun 16, 2026Beschaffung & Einkauf
Warum Einkäufe außerhalb definierter Beschaffungsprozesse hohe Kosten verursachen können und wie Unternehmen mehr Transparenz schaffen.
Was ist Maverick Buying?
Als Maverick Buying bezeichnet man Einkäufe, die außerhalb der definierten Beschaffungsprozesse eines Unternehmens erfolgen.
Mitarbeitende bestellen Produkte eigenständig, obwohl bereits festgelegte Lieferanten, Rahmenverträge oder Einkaufsrichtlinien existieren.
Typische Beispiele
- Bestellung bei Amazon statt beim vereinbarten Lieferanten
- Kauf von Bürobedarf über private Online-Shops
- Direkte Bestellung ohne Freigabe
- Nutzung nicht abgestimmter Lieferanten
Häufig geschieht dies nicht aus böser Absicht, sondern weil Mitarbeitende schnell eine Lösung benötigen.
Warum ist Maverick Buying problematisch?
Auf den ersten Blick wirkt eine einzelne Bestellung harmlos. In der Summe entstehen jedoch erhebliche Kosten und Risiken.
Höhere Einkaufspreise
Rahmenverträge basieren häufig auf Mengen und vereinbarten Konditionen. Wer außerhalb dieser Vereinbarungen bestellt, verzichtet oft auf Preisvorteile.
Höhere Prozesskosten
Jede zusätzliche Bestellung verursacht Verwaltungsaufwand und bindet Ressourcen.
Fehlende Transparenz
Der Einkauf verliert den Überblick über Lieferanten, Preise und Bestellmengen.
Erhöhte Risiken
Nicht freigegebene Lieferanten können Qualitäts-, Compliance- oder Datenschutzprobleme verursachen.
Warum entsteht Maverick Buying?
Die Ursache liegt häufig nicht bei den Mitarbeitenden. In vielen Fällen sind bestehende Einkaufsprozesse zu kompliziert oder zu langsam.
Freigaben dauern zu lange Produkte schwer auffindbar Lieferanten reagieren langsam Komplizierte Bestellwege Unklare Vorgaben
In solchen Situationen wird häufig der einfachste und schnellste Weg gewählt.
Woran erkennen Unternehmen Maverick Buying?
Typische Warnsignale sind:
- Viele Einzelrechnungen
- Zahlreiche Lieferanten für ähnliche Produkte
- Unterschiedliche Preise für identische Artikel
- Hohe Anzahl kleiner Bestellungen
- Häufige Bestellungen über Marktplätze
Besonders im Bereich Bürobedarf, Hygieneartikel und Verbrauchsmaterialien tritt dieses Problem regelmäßig auf.
Wie kann Maverick Buying reduziert werden?
Klare Einkaufsrichtlinien
Mitarbeitende sollten wissen, welche Lieferanten freigegeben sind und welche Prozesse gelten.
Kernsortimente definieren
Standardisierte Produkte reduzieren Unsicherheit und erleichtern Bestellungen.
Prozesse vereinfachen
Je einfacher der offizielle Beschaffungsweg ist, desto seltener werden Umwege genutzt.
Freigaben optimieren
Übermäßige Genehmigungsschritte fördern oft alternative Bestellwege.
Digitale Beschaffungslösungen als Gegenmaßnahme
Moderne Beschaffungssysteme machen den gewünschten Beschaffungsweg gleichzeitig zum einfachsten Weg.
- Freigegebene Sortimente
- Individuelle Preislisten
- Genehmigungsworkflows
- Kostenstellenzuordnung
- Lieferantensteuerung
Je einfacher die offizielle Bestellung funktioniert, desto geringer wird Maverick Buying.
Beispiel aus der Praxis
Ein Unternehmen bestellt seinen Bürobedarf regelmäßig bei fünf verschiedenen Anbietern. Jeder Mitarbeiter nutzt seinen bevorzugten Shop.
Die Folgen:
- Unterschiedliche Preise
- Viele Rechnungen
- Hoher Verwaltungsaufwand
- Keine Mengenbündelung
Nach Einführung eines zentralen Sortiments und eines einheitlichen Bestellportals sinkt die Anzahl der Lieferanten deutlich und die Beschaffung wird transparenter.
Ist Maverick Buying immer schlecht?
Nicht zwingend. Manchmal deckt Maverick Buying Schwächen im bestehenden Einkaufsprozess auf.
Wenn Mitarbeitende regelmäßig alternative Wege nutzen, lohnt sich die Analyse:
- Sind Prozesse zu kompliziert?
- Fehlen wichtige Produkte?
- Gibt es Lieferprobleme?
- Sind Freigaben zu langsam?
Maverick Buying kann somit auch ein Hinweis auf Optimierungspotenzial sein.
Fazit
Maverick Buying verursacht häufig höhere Kosten, mehr Verwaltungsaufwand und weniger Transparenz im Einkauf.
Die wirksamste Lösung besteht meist nicht in strengeren Regeln, sondern in einfacheren Prozessen, klaren Sortimentsvorgaben und benutzerfreundlichen Beschaffungslösungen.
Wenn der offizielle Bestellweg der einfachste Weg ist, sinkt Maverick Buying oft automatisch.
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