Desksharing im Büro: Vorteile, Nachteile und Planung
von Anna Ullmann am Jun 30, 2026Desksharing im Büro: Vorteile, Nachteile und Planung
Desksharing bedeutet, dass Mitarbeitende keinen festen Schreibtisch mehr haben, sondern je nach Anwesenheit und Aufgabe einen passenden Arbeitsplatz nutzen. Das kann Büroflächen besser auslasten, Kosten senken und hybrides Arbeiten erleichtern. Gleichzeitig funktioniert das Modell nur, wenn Technik, Ergonomie, Stauraum, Datenschutz und Kommunikation sauber geplant sind.
Viele Unternehmen beschäftigen sich mit Desksharing, weil Teams nicht mehr jeden Tag vollständig im Büro sind. An manchen Tagen bleiben viele Tische leer, an anderen Tagen fehlen Plätze, Ruhebereiche oder Besprechungszonen. Genau hier entscheidet die Planung darüber, ob flexible Arbeitsplätze entlasten oder zusätzlichen Stress erzeugen.
Was ist Desksharing?
Beim Desksharing gibt es weniger feste Arbeitsplätze als Mitarbeitende. Wer ins Büro kommt, nutzt einen freien Platz oder bucht vorab einen Arbeitsplatz. Häufig wird das Konzept mit Homeoffice, mobilen Endgeräten und verschiedenen Bürobereichen kombiniert.
Ein gutes Desksharing Konzept besteht nicht nur aus weniger Schreibtischen. Es braucht passende Arbeitszonen, ergonomische Ausstattung, Aufbewahrung, ein Buchungssystem und klare Regeln für die Nutzung.
Für wen eignet sich Desksharing?
Desksharing passt besonders zu Unternehmen mit hybriden Teams, Außendienst, Projektarbeit und digitalen Prozessen. Wenn Mitarbeitende regelmäßig im Homeoffice oder bei Kunden arbeiten, können feste Plätze schnell ungenutzt bleiben.
Weniger geeignet ist Desksharing, wenn Arbeitsplätze sehr individuell ausgestattet sind, viele vertrauliche Unterlagen am Platz liegen oder Mitarbeitende dauerhaft ein komplexes technisches Setup benötigen.
Die wichtigsten Vorteile von Desksharing
1. Büroflächen werden besser genutzt
Wenn nicht alle Mitarbeitenden gleichzeitig im Büro sind, kann Desksharing leere Plätze reduzieren. Die frei werdende Fläche kann für Besprechungen, Fokuszonen, Telefonbereiche, Projektflächen oder Aufenthaltsbereiche genutzt werden.
2. Hybrides Arbeiten wird sichtbarer organisiert
Desksharing zwingt Unternehmen dazu, Anwesenheit, Ausstattung und Arbeitsweisen bewusst zu planen. Dadurch entsteht oft ein klareres Bild davon, welche Bereiche im Büro wirklich gebraucht werden.
3. Austausch im Team kann steigen
Wechselnde Sitzplätze können neue Gespräche fördern. Das funktioniert besonders gut, wenn Teams nicht zufällig verteilt werden, sondern wenn es sinnvolle Zonen für Zusammenarbeit, Konzentration und spontane Abstimmung gibt.
4. Das Büro wirkt aufgeräumter
Ohne feste Plätze bleiben weniger persönliche Unterlagen und Gegenstände dauerhaft auf dem Tisch. Mit passenden Spinden, Rollcontainern oder persönlichen Boxen entsteht mehr Ordnung.
Die häufigsten Nachteile von Desksharing
1. Mitarbeitende verlieren ihren festen Anker
Ein eigener Arbeitsplatz gibt vielen Menschen Struktur. Wenn dieser wegfällt, kann das Büro unpersönlicher wirken. Deshalb sollten Unternehmen Rückzugsorte, Teamzonen und persönliche Aufbewahrung mitdenken.
2. Tägliches Einrichten kostet Zeit
Monitor anschließen, Stuhl einstellen, Tastatur suchen und Arbeitsplatz herrichten: Das kostet im Alltag Nerven. Standardisierte Arbeitsplätze mit Dockingstation, gutem Monitor, ergonomischem Stuhl und sinnvoller Kabelführung reduzieren diesen Aufwand.
3. Ohne Regeln entsteht Chaos
Desksharing braucht klare Spielregeln. Dazu gehören Reservierungszeiten, Umgang mit belegten Plätzen, Clean Desk Regeln, Hygiene, Datenschutz und die Frage, welche Teams wann gemeinsam im Büro sein sollen.
4. Konzentration leidet bei falscher Raumplanung
Wenn flexible Plätze nur in einem offenen Bereich stehen, kann das Büro schnell laut werden. Akustik, Telefonbereiche und Rückzugsräume sind deshalb entscheidend.
Was braucht ein gutes Desksharing Konzept?
- Ein Buchungssystem oder eine einfache Reservierungslogik
- Ergonomische Arbeitsplätze mit einstellbaren Stühlen und Monitoren
- Persönliche Aufbewahrung durch Spinde, Boxen oder Rollcontainer
- Fokusbereiche für konzentriertes Arbeiten
- Besprechungszonen für Abstimmung im Team
- Akustiklösungen für mehr Ruhe im offenen Büro
- Klare Regeln für Sauberkeit, Datenschutz und Nutzung
- Regelmäßiges Feedback der Mitarbeitenden
Desksharing und Ergonomie: Warum Standardplätze nicht beliebig sein dürfen
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass jeder Arbeitsplatz für jede Person gleich gut funktioniert. Gerade bei wechselnden Plätzen muss die Ausstattung schnell anpassbar sein. Stuhl, Tisch, Monitor und Beleuchtung sollten so gewählt werden, dass Mitarbeitende ihren Platz ohne großen Aufwand ergonomisch einstellen können.
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Desksharing in der Praxis: Eine einfache Einführung in fünf Schritten
- Auslastung prüfen: Wie viele Mitarbeitende sind an welchen Tagen wirklich im Büro?
- Arbeitsweisen verstehen: Wer braucht Ruhe, wer arbeitet im Projekt, wer telefoniert viel?
- Zonen planen: Fokusplätze, Teamflächen, Telefonbereiche und Rückzug getrennt denken.
- Ausstattung standardisieren: Jeder Platz sollte sofort nutzbar und ergonomisch einstellbar sein.
- Regeln testen: Erst mit einem Pilotbereich starten und Feedback ernst nehmen.
Wann feste Arbeitsplätze besser sind
Desksharing muss nicht für jedes Unternehmen die richtige Lösung sein. Feste Plätze können sinnvoller sein, wenn vertrauliche Unterlagen dauerhaft bearbeitet werden, Arbeitsplätze sehr speziell eingerichtet sind oder Teams stark auf Routine angewiesen sind. Auch Mischformen sind möglich. Zum Beispiel feste Plätze für bestimmte Abteilungen und flexible Plätze für Projektteams.
Fazit: Desksharing funktioniert mit guter Planung
Desksharing kann Flächen sparen, hybride Arbeit unterstützen und moderne Bürostrukturen fördern. Ohne Konzept kann es aber schnell zu Frust, Unruhe und Zeitverlust führen. Entscheidend sind die passenden Arbeitszonen, ergonomische Ausstattung, Stauraum, Akustik und klare Regeln.
Wiepa unterstützt Unternehmen in Wiesbaden und im Rhein Main Gebiet bei der Planung flexibler Arbeitsplätze. Von der ersten Analyse über die Auswahl der passenden Büroeinrichtung bis zur Umsetzung im Alltag.
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FAQ zu Desksharing
Was bedeutet Desksharing?
Desksharing bedeutet, dass Mitarbeitende keinen dauerhaft festen Arbeitsplatz haben. Sie nutzen je nach Anwesenheit und Aufgabe einen freien oder gebuchten Platz im Büro.
Welche Vorteile hat Desksharing?
Desksharing kann Büroflächen besser auslasten, hybride Arbeit unterstützen, Kosten reduzieren und mehr Flexibilität in der Zusammenarbeit schaffen.
Welche Nachteile hat Desksharing?
Ohne klare Regeln kann Desksharing zu Suchzeiten, Unruhe, fehlender Zugehörigkeit und Problemen bei Hygiene oder Datenschutz führen.
Welche Ausstattung braucht man für Desksharing?
Wichtig sind ergonomische Stühle, höhenpassende Tische, Monitore, Dockingstationen, Stauraum, gute Beleuchtung, Akustiklösungen und klare Buchungsregeln.
Ist Desksharing für jedes Unternehmen geeignet?
Nein. Desksharing eignet sich besonders für hybride Teams und digitale Arbeitsweisen. Bei vertraulichen Unterlagen, Spezialarbeitsplätzen oder hohem Ruhebedarf kann eine Mischform besser sein.
Weiterlesen: Wissenswertes zur Büroeinrichtung und Arbeitsplatz ergonomisch einrichten.