Verpackungskosten senken: Wie Unternehmen Kartonabfälle sinnvoll wiederverwenden können

Verpackungskosten senken: Wie Unternehmen Kartonabfälle sinnvoll wiederverwenden können

von Anna Ullmann am Jun 10, 2026

Verpackungen gehören für viele Unternehmen zum Alltag. Ob Ersatzteile, Büromaterial, Onlineshop Bestellungen oder Industrieprodukte: Jeden Tag werden Waren verpackt, versendet und geschützt.

Dabei betrachten viele Unternehmen Verpackungen noch immer als reine Nebensache. Ein Blick auf aktuelle Zahlen zeigt jedoch, wie groß das Thema inzwischen geworden ist.

Aktuelle Verpackungszahlen aus Europa

Laut Eurostat entstanden in der Europäischen Union im Jahr 2023 rund 79,7 Millionen Tonnen Verpackungsabfall. Den größten Anteil machten Papier und Karton mit 32,3 Millionen Tonnen aus. Das entspricht 40,4 Prozent des gesamten Verpackungsabfalls.

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine einfache Frage: Warum Kartonagen entsorgen, wenn sie sich erneut als Verpackungsmaterial nutzen lassen?

Quelle: Eurostat: Packaging waste statistics

Warum Verpackungen für Unternehmen immer wichtiger werden



Verpackungen verursachen nicht nur Kosten beim Einkauf. Sie beeinflussen Lagerfläche, Versandprozesse, Entsorgung, Nachhaltigkeitsziele und die Wahrnehmung beim Kunden.

Besonders Unternehmen mit regelmäßigem Versand spüren steigende Kosten für Kartons, Füllmaterial und Verpackungslogistik. Gleichzeitig wächst der Druck, Ressourcen effizienter zu nutzen.

  • Einkauf von Verpackungsmaterial: Kartons, Polstermaterial, Füllpapier und Folien müssen regelmäßig nachbestellt werden.
  • Lagerhaltung: Verpackungsmaterial benötigt Platz im Lager.
  • Entsorgung: Kartonagen aus dem Wareneingang müssen gesammelt und abgeführt werden.
  • Beschaffungsaufwand: Preise, Lieferzeiten und Bestände müssen überwacht werden.
  • Verpackungszeit: Mitarbeiter benötigen passende Materialien direkt am Arbeitsplatz.

Praxisgedanke: Wer Kartonagen entsorgt und gleichzeitig Füllmaterial einkauft, bezahlt oft doppelt: einmal für die Entsorgung und einmal für neues Verpackungsmaterial.

Die neue EU Verpackungsverordnung erhöht den Druck



Mit der europäischen Verpackungsverordnung, der Packaging and Packaging Waste Regulation, rücken Recyclingfähigkeit, Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft stärker in den Fokus.

Die Verordnung ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und wird grundsätzlich ab dem 12. August 2026 angewendet. Ziel ist es, Verpackungsabfälle zu reduzieren und Verpackungen besser in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.

Für Unternehmen bedeutet das: Verpackungsprozesse sollten nicht nur günstig, sondern auch ressourcenschonend, nachvollziehbar und zukunftsfähig sein.

Quelle: Europäische Kommission: Packaging waste

Aus Kartonabfall wird Verpackungsmaterial



In fast jedem Unternehmen fallen täglich Kartonagen an: im Wareneingang, durch Lieferantenverpackungen, Produktkartons oder Rücksendungen.

Viele dieser Kartons landen direkt in der Altpapiertonne. Dabei können sie häufig ein zweites Leben erhalten.

Karton Perforatoren wie der HSM ProfiPack verwandeln gebrauchte Kartonagen in flexibles Polster und Füllmaterial. Die Kartons werden eingeschnitten, aufgepolstert und anschließend direkt zum Schutz neuer Sendungen eingesetzt.

Vorher

  • Kartonagen werden entsorgt
  • Füllmaterial wird zugekauft
  • Abhängigkeit von Lieferanten
  • Mehr Lagerbedarf

Nachher

  • Kartonagen werden wiederverwendet
  • Eigenes Polstermaterial entsteht vor Ort
  • Weniger Einkauf von Füllmaterial
  • Nachhaltigerer Versandprozess

Praxisbeispiel: 200 bis 300 Euro weniger Verpackungskosten pro Monat



Wie groß das Potenzial sein kann, zeigt das Beispiel des österreichischen Onlinehändlers myProduct.at.

Das Unternehmen suchte nach einer nachhaltigeren Alternative zu herkömmlichem Füllmaterial und wollte vorhandene Kartonagen sinnvoller nutzen.

Nach Einführung eines HSM ProfiPack plante myProduct.at Einsparungen von rund 200 bis 300 Euro pro Monat, da künftig deutlich weniger externes Verpackungsmaterial eingekauft werden muss.

Rechenbeispiel

Bei 200 bis 300 Euro weniger Verpackungskosten pro Monat ergibt sich ein jährliches Einsparpotenzial von etwa 2.400 bis 3.600 Euro. Je nach Versandvolumen, Kartonaufkommen und bisherigem Füllmaterial kann das Potenzial im eigenen Unternehmen höher oder niedriger ausfallen.

Quelle: HSM Case Study: myProduct

Weitere Unternehmen berichten von positiven Ergebnissen



Auch andere Unternehmen konnten ihre Verpackungsprozesse durch die Wiederverwendung von Kartonagen optimieren.

Der Kabelkonfektionierer WUSTEC versendet laut HSM rund 8.000 Pakete pro Jahr. Durch den Einsatz eines ProfiPack konnte das Unternehmen auf den Einkauf von Füllmaterial verzichten. Die Investition hatte sich laut Case Study nach etwa einem Jahr amortisiert.

Quelle: HSM Case Study: WUSTEC

Für welche Unternehmen lohnt sich die Wiederverwendung von Kartonagen?



Besonders interessant ist die Wiederverwendung von Kartonagen für Unternehmen, bei denen regelmäßig Kartons anfallen und gleichzeitig Waren versendet werden.

  • Onlineshops
  • Industrieunternehmen
  • Großhändler
  • Ersatzteilhändler
  • Versandabteilungen
  • Logistikunternehmen
  • Lagerbetriebe

Schneller Selbstcheck

Die Wiederverwendung von Kartonagen kann sich besonders lohnen, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Im Wareneingang fallen regelmäßig Kartons an.
  • Für den Versand wird Füllmaterial zugekauft.
  • Es gibt laufende Entsorgungskosten für Kartonagen.
  • Verpackungsmaterial belegt viel Lagerfläche.
  • Nachhaltigkeit spielt bei Kunden oder Ausschreibungen eine Rolle.

Vorteile auf einen Blick



  • Weniger Verpackungskosten: Bestehende Kartonagen werden erneut genutzt.
  • Weniger Einkauf von Füllmaterial: Polstermaterial entsteht direkt im Unternehmen.
  • Weniger Entsorgungsaufwand: Kartonabfälle erhalten ein zweites Leben.
  • Nachhaltigere Versandprozesse: Ressourcen werden sinnvoller genutzt.
  • Geringerer Kunststoffverbrauch: Luftpolsterfolie und anderes Füllmaterial können reduziert werden.
  • Mehr Unabhängigkeit: Unternehmen sind weniger abhängig von Lieferengpässen bei Füllmaterial.

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Fazit: Der günstigste Rohstoff liegt oft bereits im Lager



Steigende Materialkosten, neue gesetzliche Anforderungen und wachsende Nachhaltigkeitsziele führen dazu, dass Unternehmen ihre Verpackungsprozesse neu bewerten.

Eine der einfachsten Lösungen liegt häufig direkt vor Ort: Kartonagen, die bisher entsorgt wurden, können als hochwertiges Verpackungsmaterial ein zweites Leben erhalten.

Unternehmen reduzieren dadurch Kosten, sparen Ressourcen und schaffen einen nachhaltigeren Versandprozess.

Wer regelmäßig Kartons entsorgt und gleichzeitig Verpackungsmaterial einkauft, sollte prüfen, ob sich die Wiederverwendung im eigenen Unternehmen lohnt.

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